Lastspitzenkappung: Wie funktioniert die Berechnung?
Peak Shaving klingt einfach: Spitzen kappen, Kosten senken. Seriös wird es erst, wenn Lastgang, Tarif und Speicherstrategie zusammen berechnet werden.
Was ist eine Lastspitze?
Viele Industrie-, Logistik- und Gewerbebetriebe zahlen nicht nur für die verbrauchte Energie in Kilowattstunden (kWh), sondern auch für die höchste bezogene Leistung in Kilowatt (kW). Diese höchste gemessene Leistung entsteht häufig in kurzen Zeitfenstern, etwa wenn Maschinen anlaufen, Kälteanlagen arbeiten oder mehrere Fahrzeuge gleichzeitig laden.
Je nach Tarifmodell kann eine kurze Spitze einen relevanten Teil der Stromrechnung beeinflussen. Deshalb reicht es nicht, nur den Jahresverbrauch zu betrachten. Entscheidend ist, wann welche Leistung bezogen wird.
Wie hilft ein Batteriespeicher?
Ein Batteriespeicher lädt in Zeiten niedrigerer Last oder hoher PV-Erzeugung und entlädt, wenn die Standortlast eine definierte Grenze überschreiten würde. Dadurch wird die vom Netz gemessene Spitzenleistung reduziert. Die technische Herausforderung liegt darin, die Kappgrenze so zu wählen, dass der Speicher ausreichend Leistung und Kapazität bereitstellen kann.
Die Grundformel
Potenzielle jährliche Einsparung aus Peak Shaving = reduzierte abrechnungsrelevante Leistung (kW) × Leistungspreis (CHF/kW/Jahr)
Diese Formel ist nur der Startpunkt. Für eine belastbare Bewertung müssen Ladeverluste, Speicherdegradation, Investitionskosten, Betriebskosten, Wartung, Finanzierung, Steuern, Netz- und Tarifregeln sowie mögliche Zusatznutzen berücksichtigt werden.
Welche Daten werden benötigt?
- 15-Minuten-Lastgangdaten über mindestens mehrere Monate, idealerweise ein volles Jahr
- Stromrechnung mit Arbeits- und Leistungspreis
- Tarifmodell und Netzbetreiberinformationen
- Angaben zu PV-Anlage, Ladeinfrastruktur und geplanten Erweiterungen
- Netzanschlussleistung und bekannte Einschränkungen
- Betriebszeiten, Schichtmodelle und besondere Lasten
Wann ist Peak Shaving besonders interessant?
Hohes Potenzial besteht typischerweise, wenn wenige kurze Spitzen deutlich über der durchschnittlichen Last liegen, der Leistungspreis relevant ist und der Speicher zwischen den Spitzen ausreichend Zeit zum Nachladen hat. Kritischer wird es, wenn Spitzen sehr lang dauern, sehr häufig auftreten oder der Tarif kaum leistungsabhängige Kosten enthält.
Warum WERAX keine Pauschalzahlen verspricht
Eine seriöse Aussage zur Einsparung ist ohne echte Daten nicht möglich. Zwei Standorte mit gleichem Jahresverbrauch können völlig unterschiedliche Lastprofile haben. WERAX berechnet Potenziale deshalb anhand von Lastgang, Tarif, Standortdaten und Projektzielen – nicht anhand allgemeiner Prozentversprechen.
Lastgang hochladen und Potenzial prüfen.
Wir prüfen, ob Peak Shaving an Ihrem Standort technisch und wirtschaftlich sinnvoll ist.